Soziale Arbeit - Sozialarbeit - Definition, Handlungsfelder, Studium


"Soziale Arbeit" dient seit den 90er-Jahren als Sammelbegriff der traditionellen Fachrichtungen Sozialpädagogik und Sozialarbeit. Jedoch gibt es keine einheitliche, verbindliche Festlegung auf diesen Begriff. Soziale Arbeit versteht sich als Handlungswissenschaft und damit als Profession, Disziplin, Lehrfeld und Forschungsfeld. Ziel der Sozialen Arbeit ist in der akuten Situation die Abwendung bestehender Notlagen (wirtschaftliche, soziale, kulturelle) und vorbeugend die Reduktion oder die Verhinderung sozialer Probleme und die Förderung von gesellschaftlicher Teilhabe. Sie ist damit eine Form praktizierter Sozialpolitik, die sowohl die eigenen Interessen der Fachlichkeit vertritt, wie auch zu vorderst eine Mandatsfunktion ihrer Klientel beinhaltet.


Sozialarbeit wird oft von kommunalen, konfessionellen oder auch ehrenamtlichen Organisationen initiiert. Entsprechend ihrer Tradition engagiert sie sich weiterhin insbesondere in der Armenfürsorge. Jedoch haben sich gerade ab den 1970 'er Jahren die Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit stark ausgeweitet. So sind Sozialarbeiter /innen und Sozialpädagogen in verschiedensten Handlungsfeldern aktiv, wie die folgende Liste zeigt:

  • in Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren
  • in der Schuldnerberatung
  • in Einrichtungen der stationären, teilstationären, wie ambulanten Jugendhilfe, wie Heimen, Wohngemeinschaften, Notstationen, Beratungsstellen, Verselslbständigungsgruppen oder Tagesgruppen
  • in Jugend- Gesundheits- und Sozialämtern der Kommunen und Länder
  • im Bereich der Behindertenhilfe
  • im Bereich der Suchthilfe
  • in Jugendzentren
  • in Kindertageseinrichtungen und Familienzentren
  • im Bereich der Schulsozialarbeit
  • in vielen Bildungsstätten der Erwachsenenbildung
  • in der verbandlichen, außerschulischen Jugendbildung


Soziale Arbeit in der Krise

Die Vielfältigkeit der Einsatzgebiete kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Soziale Arbeit, obwohl sie momentan als Schlüsselfunktion zur Lösung gesellschaftlicher Probleme angesehen wird, sich in einer schweren Krise befindet. Diese rührt sowohl aus den seit den 1990 'er Jahren immer stärkeren Streichungen der kommunalen Haushaltsaufwendungen für die Soziale Arbeit vor Ort, wie auch aus dem fehlenden gemeinsamen Selbstverständnis der Fachrichtung selbst. Denn auch innerhalb der Fachleute der Sozialen Arbeit besteht zu wenig Engagement für die Entwicklung und Vertretung eines einheitlichen Mandats der Sozialen Arbeit als Profession und Fürsprechers ihres Klientel.
 
Studium der Sozialen Arbeit

Sozialarbeit und Sozialpädagogik wird an Fachhochschulen und Universitäten als Studiengang mit den Abschlüssen Diplom, BA oder Master angeboten. Im Bereich der universitären Ausbildung wird das Studium im Rahmen der Pädagogik und Erziehungswissenschaften angeboten.


Unter Einbeziehung folgender Quellen:
Wikipedia, die freie Enzykopädie (Stichworte: Soziale Arbeit, Sozialarbeit)
Fachlexikon der Sozialen Arbeit (6. Aufl. 2007)

Empfehlenswerte weitere Informationsquellen


Sozialarbeit als Profession:

  • Das fachliche Selbstverständnis Sozialer Arbeit - Wege aus der Bescheidenheit Soziale Arbeit als Human Rights Profession von S. Staub-Bernasconi. Der Beitrag von Staub-Bernasconi bezieht sich auf die Eingrenzung eines professionellen Selbstverständnisses Sozialer Arbeit vor dem Hintergrund einer Debatte um die Interpretation von Sozialer Arbeit als „Menschenrechtsprofession“ in Anlehnung an das „UNO-Manual über Menschenrechte für Ausbildungsstätten Sozialer Arbeit und die Sozialarbeitsprofession“ (PDF-Dokument).

  • Soziale Dienstleistungen im Regulationszusammenhang von Andreas Schaarschuch - In seinen theoretischen Überlegungen zur Rekonstruktion Sozialer Arbeit als Dienstleistung liefert Andreas Schaarschuch einen theoretisch-analytischen Beitrag zur beginnenden disziplinären Diskussion. Dabei vertritt er die These, dass mit der Kategorie der Dienstleistung die notwendige Neuorientierung Sozialer Arbeit möglich wird. Im Wesentlichen soll es darum gehen, die Bedingungen der Möglichkeit professionell erbrachter Sozialer Arbeit als Dienstleistung im Sozialstaat zu umreißen. In der bisherigen Diskussion über Dienstleistung als Strategie zu Modernisierung der Administration hat es keine Beiträge zu einer begrifflichen und konzeptionellen Neufassung von Dienstleistung in der Sozialen Arbeit gegeben. Aus diesem Grund stellt Schaarschuch zur theoretischen Bestimmung von „Dienstleistung“ die bedeutenden Grundlinien der bisherigen Diskussion dar.

  • Ein möglicher Blick auf die real- und theorie-historische Entwicklung der Sozialarbeit & Sozialpädagogik von Heiko Kleve
    Der Autor geht von der Frage aus, welche real-historischen Bedingungen dazu geführt haben, dass die Soziale Arbeit zu der Profession geworden ist, die wir heute beobachten können. Zur Beantwortung dieser Frage, reflektiert er zunächst die reale, empirische beschreibbare Situation der Sozialen Arbeit sowohl am praktischen Beispiel als auch theoretisch. Im Anschluss wird versucht, die real-historischen gesellschaftlichen Probleme aufzuspüren, auf die Soziale Arbeit mit ihrer Entstehung als ein gesellschaftlicher Lösungsversuch reagierte. In diesem Zusammenhang werden die theoretischen Bemühungen hinsichtlich einer Wissenschaft Sozialer Arbeit in den Blick genommen. Kleve geht dabei davon aus, dass Soziale Arbeit eine ambivalente Profession und Disziplin ist. Er bezeichnet seinen theoretischen Blick auf diese als postmodern.


Studium:

  • Linkliste Sozialarbeit - auf der Sonderseite "Studium" der Linkliste befindet sich eine Auswahl weitere wichtiger Webverweise mit Infomationen zum Studium, sowei eine Übersicht der Universitäten und Fachhochschulen, an denen ein Studium der Sozialen Arbeit möglich ist.

Fachbücher:

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