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24.02.09 10:58 Alter: 2 yrs

All inclusive“ EU- Projekt zur interkulturellen Öffnung der Behindertenhilfe



Das EU-Projekt „All inclusive“ wurde mit dem Ziel initiiert, mehr Chancengleichheit für Menschen zu schaffen, die aufgrund ihres Migrationshintergrundes und ihrer Behinderung doppelt diskriminiert sind. Es wird im Rahmen des europäischen Programms Lebenslanges Lernen, Grundtvig 3 durchgeführt. Sechs Einrichtungen, je eine aus den Mitgliedsstaaten Belgien, Bulgarien, Deutschland, Italien, Österreich und Polen , nehmen daran teil.

Das Projekt geht von der Annahme aus, dass MigrantInnen mit Behinderung sich in der Regel nur mit Mühe im System der Behindertenhilfe zurechtfinden und auch im Vergleich zum jeweiligen Standard der EU-Länder häufig später und schlechter vesorgt werden. Maßgebliche Gründe dafür sind, dass die Organisationen der Behindertenhilfe und die MigrantInnenselbsthilfeorganisationen zum einen kaum vernetzt sind und zum anderen gerade die Behindertenhilfe in den meisten europäischen Ländern sehr komplex und bürokratisch strukturiert, also für Einwanderer kaum zu durchschauen ist. Zur Ausgrenzung tragen weiter Kommunikationsprobleme auf der einen Seite und mangelnde Kenntnis der sozialen und kulturellen Hintergründe auf der anderen bei, die das Behinderungsverständnis ebenso prägen wie individuelle Erfahrungen und Ansichten. Umgekehrt können durch interdisziplinäre Zusammenarbeit von Zuwanderer- und Behinderteneinrichtungen solche Barrieren erkannt und beseitigt werden.

Zielgruppen des Projektes sind
MigrantInnen mit Behinderung und ihre Familien sowie Einrichtungen der öffentlichen und privaten Behindertenhilfe, insbesondere EntscheidungsträgerInnen im Leistungsbereich und Fachkräfte der mobilen Dienste. Im Rahmen des Projektes soll ein ‘interkulturell barrierefreies Modell’ entwickelt werden, das Behindertenhilfeeinrichtungen dabei unterstützt, Barrieren innerhalb der eigenen Institution zu erkennen und zu beseitigen. Die am Projekt beteiligten Organisationen entwickeln ein Maßnahmenpaket und erproben es. Dazu gehört u.a. das Training zur interkulturellen Sensibilisierung und Öffnung der Behindertenhilfe für MultiplikatorInnen, das die Interkulturelle Arbeitsstelle IBIS e.V. in Deutschland entwickelt und im Herbst 2008 mit MultiplikatorInnen erprobt.

In dem Projekt sind MigrantInnen und Behinderte ExpertInnen
in eigener Sache. Welche Hindernisse bestehen, erfragt und analysiert ein projektintern erarbeiteter Fragebogen. Anhand des Befragungsergebnisses und von Best-Practice-Beispielen aus der Behindertenhilfe werden Dienstleistungs- und Bildungsmaßnahmen entwickelt. Neue Ansätze zu einem interkulturell, barrierefreien Informationsdesign sollen den Zugang zu Dienstleistungs- und Bildungsangeboten erleichtern.

Die umsetzbaren Projektergebnisse legen
die Projektbeteiligten gemeinsam in einem Handbuch dar und wirken an dessen Verbreitung mit. So soll gewährleistet werden, dass die gewonnenen Erkenntnisse von allen Einrichtungen der Behindertenhilfe übernommen werden können, die sich interkulturell öffnen möchten. Schließlich soll ein Zertifizierunginstrument entwickelt werden; am Ende des Prozesses sollen erste Institutionen der öffentlichen und privaten Behindertenhilfe zertifiziert sein.

Nähere Informationen
finden Sie unter:  www.allinclusiveproject.eu

 


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