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10.01.10 14:07 Alter: 243 days

"Ich revoltiere, also sind wir" - Albert Camus lebt! Internationale Albert- Camus- Tage in Wuppertal vom 16. - 24.1.2010



Camus lebt! Das zeigt Wuppertal als erste Stadt in Deutschland zum »Camus-Jahr 2010« im Rahmen eines internationalen Festivals mit Filmen, Lesungen, Publikumsgesprächen, Konzerten und einer Ausstellung. Referentinnen und Referenten aus Frankreich, Spanien und Deutschland beleuchten in Vorträgen wesentliche Aspekte des Wirkens von Albert Camus. Zudem wird es – ganz im Sinne Camus‘ – ein Forum von Basisinitiativen mit Publikumsgespräch geben. Denn Camus sah nicht Parteien, sondern vor allem Einzelne sowie kleine, freiheitliche und selbstorganisierte Bewegungen als Träger von Revolte an – als gesellschaftliches Korrektiv und als Motor positiver Veränderung.

Camus ist die zeitlose Erinnerung an die Revolte und (Wieder-)Herstellung der menschlichen Würde. Und er ist hochaktuell: Zwanzig Jahre nach dem Fall des »Eisernen Vorhangs« ist sein Beitrag für die Zukunft sichtbarer denn je. Der Blick auf ihn ist nicht mehr verstellt durch dogmatische Denkmuster und durch die gescheiterten Modelle und Parteien eines autoritären Staatssozialismus. Gegen solche (»Denk«-)Modelle und Parteien setzte sich Camus stets entschieden ein. Seine freiheitliche Kritik des Kapitalismus war zugleich eine klare Absage an den Stalinismus und verwandte totalitäre Systeme. Albert Camus war einer der Protagonisten der französischen Résistance und gab persönlich ein Beispiel für die Überwindung kolonialer und rassistischer Strukturen. 

Er wandte sich auch gegen Islamfeindschaft, Antisemitismus und Rassismus. Camus zählt zu den engagiertesten und konsequentesten Vertretern universaler Menschenrechte. Im »utopischen Gedächtnis« der Menschheit ist Camus – wie etwa Gandhi und Tolstoi, aber auch die »WuppertalerInnen« Else Lasker-Schüler, Helene Stöcker und Armin T. Wegner – ein bleibendes Vorbild für Humanität, Zivilcourage, gewaltfreien Protest, Solidarität und Freiheit. Solche Vorbilder sind niemals »erledigt«. Ihr Werk kann zur »Tradition« werden aber im Sinne Gustav Mahlers, der bemerkte: »Tradition ist die Bewahrung des Feuers, nicht die Weitergabe der Asche«. 

Mehr Informationen zur Veranstaltung unter:

 


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